Begegnungen. Musikalische Lesung aus geretteten Büchern

In Gedenken an die Bücherverbrennungen 1933 bietet das „Ensemble Lautwärts“ eine Lesung an, die den verfemten Schriftstellern ihre Sprache zurückgibt. Dabei werden die Autoren, welche nach dem Holocaust und NS-Regime ihre künstlerische Karriere fortsetzen konnten, oder deren Bücher mit Erfolg wieder aufgelegt wurden, nur zweitrangig behandelt.
Doch wie ist es mit jenen Schriftstellern, die ins Ausland emigriert und ihres Publikums beraubt waren – oder jenen, die in der ‚Sprache der Mörder‘ keine Kunst mehr produzieren konnten? Was wurde aus den Werken, deren Schöpfer die Diktatur Hitlers nicht überlebten, für die sich niemand einsetzte?
Im Rahmen einer musikalischen Lesung werden Textausschnitte aus Büchern gelesen, die den Verbrennungen zum Opfer fielen.
Dabei wird Berlin immer wieder auftauchen: Als Spiegel der Weimarer Republik, als Schmelztiegel der Arbeiterbewegung, als verruchte, vielschichtige und multikulturelle Großstadt der 20-er Jahre. Von Figuren aus dem ganz normalen jüdischen Leben in Berlin, aus der kommunistischen Szene, Vertretern des Pazifismus wird zu hören sein, Literatur über die Liebe, den Krieg, Familien, die Großstadt, den Arbeitsalltag, menschliches Schaffen, menschliches Gelingen und menschliches Scheitern. Ohne einen anklagenden Zeigefinger zu erheben, wird verdeutlicht, welch reicher kultureller Schatz in Deutschland 1933 verbrannt wurde.